Stunde der Gartenvögel 2026
Auch dieses Jahr bittet der NABU um rege Teilnahme bei der Stunde der Gartenvögel. Die Teilnahme ist einfach, macht Spaß und sorgt aktiv für den Artenschutz.
Seit mittlerweile knapp über 20 Jahren findet die Stunde der Gartenvögel in Deutschland statt und bald ist es wieder soweit. Jedes Jahr im Mai werden alle vom NABU und LBV dazu aufgerufen, eine Stunde lang von einem festen Ort aus Vögel zu zählen. Die Teilnahme ist einfach und es macht keinen Unterschied, ob du in der Stadt oder auf dem Land wohnst bzw. wie viel Erfahrung du mit der Zählung von Vögeln hast. Jeder ist willkommen daran teilzunehmen und es ist eine wirklich schöne Gelegenheit, die Natur aktiv wahrzunehmen. Hier möchte ich kurz erläutern, warum diese Aktion so wichtig ist und wie du daran teilnehmen kannst. Letztlich ist noch die einfache Zähltechnik wichtig, welche ich am Ende zeige.
Zählen kann man vom 08. bis zum 10. Mai 2026 (Freitag bis Sonntag). Das Zeitfenster für die Meldung schließt aber erst am 18. Mai. Mehr Informationen findest du auch der Seite des NABU.
Warum sollte man teilnehmen?
Zunächst zählt hoffentlich der Spaß-Faktor. Eine Stunde lang aufmerksam Vögel zu beobachten kann wirklich spannend und eine gute Abwechslung zum Alltag sein. Vielleicht entdeckst du so auch erst deine Vorliebe zur Vogelbeobachtung. Ich kann es nur wärmstens empfehlen.
Man könnte allerdings argumentieren, dass die gewonnenen Erkenntnisse einen höheren Stellenwert einnehmen. Seit 2015 ist die Zahl der beobachteten Vögel pro Garten von 36 auf unter 29 im Jahr 2025 gesunken, was auf einen systematischen Rückgang hinweist. Durch solche großflächigen Aktionen können diese Effekte erst zuverlässig festgestellt werden.
Im letzten Jahr hatten 57.000 Personen teilgenommen und insgesamt wurden über 1,1 Millionen Vögel gezählt. Dabei wurden 12 - 13% weniger Amseln, Blaumeisen, Buntspechte und Haussperlinge als im Vorjahr gemeldet, wobei der Feldsperling noch stärker betroffen war. Obwohl einzelne Arten, wie Mauersegler, Rauchschwalbe oder Zilpzalp höhere Zahlen verbuchen konnten, ist der großflächige Trend besorgniserregend. In den vergangenen 10 Jahren sank die Zahl der gemeldeten Individuen um ganze 20%.
Mit deiner Teilnahme kannst du helfen, genau diese Daten zu sammeln und Aufmerksamkeit auf dieses Problem zu lenken. Mehr Teilnehmer sorgen für zuverlässigere Daten und ein eindeutiges Zeichen für das öffentliche Interesse am Artenschutz.
Wie nehme ich teil?
Leider ist zu diesem Zeitpunkt die Meldung aus offensichtlichen Gründen noch nicht freigeschaltet. Es wird zwei Möglichkeiten zur Teilnahme geben: Das Online-Formular und die NABU-eigene Vogelwelt App (direkt zum App Store bzw. Play Store). Die Eingabe im Online-Formular ist einfach und ich hatte diese letztes Jahr bereits kurz gezeigt, weshalb ich diese Bilder zurückgreifen kann. Also nicht über das Jahr 2025 in den Screenshots wundern. Von der App habe ich zur Zeit leider keine Bilder als Referenz.
Zuerst ist der Link für das Online-Formular zu öffnen. Nachdem man auf den Knopf zum Melden klickt, wird die Postleitzahl abgefragt. Das dient der geographischen Einordnung der Beobachtung und der möglichen Weiterleitung zum Partnerverein LBV in Bayern.

Anschließend kann man seine Beobachtungen eintragen, was sehr übersichtlich gestaltet ist. Die häufigsten Vogelarten sind bereits aufgeführt und es ist möglich, direkt die Anzahl einzutragen. Weiter unten gibt es ein Auswahlmenü, wo zusätzliche, nicht in der Übersicht angezeigte Vögel, ausgewählt werden können. Und letztlich bietet dieses Menü auch die Option, eine gar nicht aufgelistete Vogelart zu melden. Sollte das der Fall sein, kannst du mir auch gerne eine Mail senden, das würde mich durchaus interessieren.

Wie zähle ich richtig?
Es ist nicht schwer, seine Gartenvögel zu zählen, selbst als Anfänger. Wichtig ist die richtige Zähltechnik, damit man vermeidet, Vögel doppelt zu zählen. Derselbe Haussperling wird innerhalb einer Stunde wahrscheinlich mehrmals an dasselbe Futterhaus fliegen und eine Unterscheidung der Individuen ist da nicht möglich. Deshalb empfiehlt der NABU die höchste Anzahl der gleichzeitig gesichteten Individuen zu melden.
Das hat zwar das Potenzial, zu wenig Individuen zu melden,vermeidet aber alle Doppelzählungen. Wichtig ist hier sowieso keine absolut exakte Zahl (ob es nun 6 oder 7 Blaumeisen sind spielt im großen Bild keine Rolle), sondern eine möglichst genaue Schätzung, die eben auch nicht zu groß ausfallen darf.
Nun hoffe ich, dass du im Mai an der Zählaktion teilnimmst. Ich bin sehr gespannt, wie die Daten dieses Jahr aussehen. Vielleicht kann der langjährige Trend des Rückgangs gebrochen werden.