Wann kommen die Zugvögel zurück?

Im Herbst werden die Vögel mit der Zeit immer ruhiger. Den Kuckuck hört man schon lange nicht mehr und die Amseln sind nicht mehr wirklich zu hören. Mit der Zeit wünscht man sich wieder die bekannten Gesänge zurück. Wovon hängt es also eigentlich ab, wann die gefiederten Freunde wieder in unsere Breitengrade zurückkehren?

Von unseren einheimischen Vogelarten sind gut die Hälfte Zugvögel, was jeden Winter den Zug von 2,1 Milliarden Individuen bedeutet. Es gibt aber verschiedene Arten von Zugvögeln.

Bei den sogenannten Teilziehern zieht, wie es der Name schon vermuten lässt, nur ein Teil der Vögel in den Süden. Alle anderen bleiben in den Brutgebieten. Beispiele dafür sind das Rotkehlchen oder auch der Buchfink, wo bei letzterem im Herbst nur das Weibchen in den wärmeren Süden zieht.

Der nächste Typ sind die Kurzstreckenzieher. Diese überwintern hauptsächlich im Mittelmeerraum.

Letztlich gibt es noch die Mittel- und Langstreckenzieher, welche noch über die Sahara hinweg ziehen und in den tropischen Gebieten Afrikas überwintern. Die Mittelstreckenzieher halten sich im Winter in Zentralafrika auf, während Langstreckenzieher bis nach Südafrika weiterfliegen.

Zugmuster Mittelstreckenzieher
Von Lanzi, CC BY-SA 3.0, Link

Dementsprechend ist auch eine lange Phase der Rückkehr zu erwarten, welche sich vom Februar bis Anfang Juni streckt. Auffällig sind dabei natürlich immer die Erstankömmlinge des Vogelzugs. Wenn man bereits Erfahrungen gesammelt hat, was die Rückkehr der Vögel betrifft, kann die Ankunft oft auf wenige Tage eingeschränkt werden. Typischerweise kommen Feldlerchen zeitig in Mitte Februar, der Hausrotschwanz um Mitte März, die Nachtigall um den 15. April, der Mauersegler Anfang Mai und der Sumpfrohrsänger um den 15. Mai zurück. Das sind natürlich nur einige Beispiele, eine ausführlichere Liste folgt noch. Dort werden auch die verschiedenen Arten je nach Art des Zugs eingeteilt. Sobald diese bereit ist, werde ich hier einen Link ergänzen und sie immer wieder erweitern.

Ich empfehle, aktiv auf die Erstankömmlinge zu achten. Es wird sicher Spaß machen, festzustellen, wann die ein oder andere Art endlich wieder eintrifft. Denkbar wäre da z.B. ein kleines Notizbuch, was man jedes Jahr um das entsprechende Datum erweitert. Das muss nicht so ausführlich sein, aber es ist doch sehr interessant die Entwicklung zu beobachten.

Und noch eine Anmerkung zum Schluss: Über die letzten 50 Jahre verschob sich die Ankunftszeit der Vögel aus dem Süden in Europa um durchschnittlich sieben Tage nach vorne. Während das eine sehr beunruhigende Veränderung ist, kann man aber auf der anderen Seite Zugvögel früher denn je wiedersehen.

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